Unser Wahlprogramm

Die Promotionssituation ist aufgrund unterschiedlicher Faktoren für viele prekär: schlechte oder unzureichende Promotionsbetreuung, befristete Arbeitsverträge oder finanziell zu niedrig angesetzte Stipendien, Vereinzelung und fehlende Integration in universitäre Strukturen und Entscheidungsprozesse, unzureichende Unterstützung für internationale Promovierende, überhohe Erwartungen und permanenter Leistungsdruck, unbezahlte Wochenend- und Nachtarbeit – die Liste ließe sich beliebig erweitern.

Nicht alle dieser Probleme können wir im Senat der Universität Heidelberg lösen. Wir sind aber überzeugt, dass eine starke Stimme für die Doktorand*innen im höchsten Entscheidungsgremium der Universität diese Probleme offenlegen kann, und wollen dadurch die verschiedenen Institutionen und Akteure, die die Promotionsphase an der Universität regeln, in ihre Verantwortung rufen.

Besonders dringlich und zentral für die Arbeit im Senat erscheinen uns die folgenden Punkte:

1. Betreuungsverhältnisse fair und transparent gestalten

  • Wir brauchen wirksame und transparente Verfahren zum Gutachterwechsel und eine klare Trennung bei Mitarbeiter*innen zwischen Arbeits- und Promotionsleistung.
  • Für promovierende Mitarbeiter*innen müssen verbindliche Arbeitszeitvereinbarungen und Aufgabenbeschreibungen formuliert werden.
  • Institute und Fakultäten benötigen klare Verfahren für externe Schlichtungen bei gravierenden Streitfällen.

2. Gesunde Arbeitszeiten ermöglichen

  • Doktorand*innen sollten Erholungsurlaub ohne negative Auswirkungen auf ihr Promotionsvorhaben nehmen können.
  • Arbeitszeitwidrig lange Arbeitszeiten sollten nicht als vorausgesetzt, sondern als außerordentliche Leistung angesehen werden.

3. Bessere Infrastruktur für Promovierende schaffen

  • Für Promovierende sollte ein zentraler Ort an der Universität für Arbeitstreffen und soziale Events geschaffen werden.
  • Allen Promovierenden sollten durch die Universität angemessene Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt werden.
  • Präsentationsmaterial und Arbeitsgeräte sollten so weit wie möglich von der Universität vergeben werden. Insbesondere sollte die Universität Ausleihen für Laptops und Beamer sowie, je nach Fach, weitere essenzielle Arbeitsgeräte ermöglichen.

4. Promotionshürden abbauen

  • Promotionsordnungen dürfen ausländische Promotionsanwärter*innen nicht schlechter stellen.
  • Promovierende mit jeder Form von Beeinträchtigung sollten von der Universität angemessene Förderungen erhalten.

5. Vernetzung und Integration von Promovierenden fördern

  • Bisher gibt es noch zu wenige niederschwellige Angebote zur Vernetzung von Promovierenden. Wir fordern deshalb von der Universität unterstützte, regelmäßig stattfindende Austauschformate.
  • Es sollte mehr Förderungen für interdisziplinäre Arbeitsgruppen von Promovierenden verschiedener Fachkulturen geben.
  • Für Promotionsanfänger*innen sollte ein von der Universität gefördertes Mentor*innenprogramm aufgesetzt werden, in dem fortgeschrittene Doktorand*innen grundsätzliche Tipps und Hilfestellungen anbieten.